Das Humboldt-Forum und seine Beteiligten
Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum
Bauherrin und spätere Eigentümerin des Grundstücks sowie des von ihr zu bewirtschaftenden Gebäudes ist die 2009 gegründete gemeinnützige Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum. Sie arbeitet eng mit dem „Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien" zusammen und wird aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung gefördert. Unter dem Vorsitz von Manfred Rettig koordiniert die Stiftung außerdem kulturelle Veranstaltungen und den Dialog mit der Öffentlichkeit.
Der Bau des Humboldt-Forums wird durch öffentliche Mittel finanziert. Die durch die Rekonstruktion der barocken Fassaden entstehenden Mehrkosten von 80 Mio. Euro sollen durch Spendengelder gedeckt werden. Es ist Aufgabe der Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum, diese Spenden zu akquirieren. Darüber hinaus setzt sich insbesondere der Förderverein Berliner Schloss e.V. mit seinem Vorsitzenden Wilhelm von Boddien für die Akquisition von Fördermitteln ein.
Zukünftige Nutzer des Humboldt-Forums
Die zukünftigen Nutzer des Humboldt-Forums sind die Humboldt-Universität zu Berlin (HU), die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) und die Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz (SMB-PK). In einem großen Ausstellungs- und Veranstaltungsraum, dem Humboldt-Labor, wird die HU ihre Sammlungen zeigen. Die ZLB zieht mit ihren Abteilungen Kunst, Musik, Film sowie Kinder- und Jugendliteratur in das Humboldt-Forum ein. Im zweiten und dritten Stock des Humboldt-Forums präsentieren sich die Sammlungen des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz.
Hervorgegangen aus der Gründung des „Königlichen Museums“ durch Friedrich Wilhelm III. von Preußen, sind die
Staatlichen Museen zu Berlin heute mit 15 Museen, drei Forschungsinstituten, der Gipsformerei und der Generaldirektion die größte Einrichtung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Ihre Sammlungen umfassen mehrere Millionen Objekte aus den Bereichen der europäischen und außereuropäischen Kunst, der Archäologie und der Ethnologie und bilden ein Universalmuseum von den Anfängen der Menschheit bis zur Gegenwart. Mit rund 500.000 Objekten aus allen Erdteilen und großen Beständen an Tonaufnahmen, Fotodokumenten sowie Filmen gehört das
Ethnologische Museum der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz zu den größten und bedeutendsten seiner Art. Es sammelt, bewahrt und erforscht vor allem die materiellen Kulturzeugnisse vorindustrieller Gesellschaften, überwiegend aus den außereuropäischen Gebieten. Das
Museum für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz ist 2006 aus dem Museum für Ostasiatische Kunst und dem Museum für Indische Kunst hervorgegangen. Es beherbergt eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen von Kunstwerken des indoasiatischen Kulturraums vom 4. Jahrtausend v. Chr. bis in die Gegenwart.
Die
Humboldt-Universität zu Berlin wurde 1810 gegründet und gilt noch heute als „Mutter aller modernen Universitäten“. Dies ist das Verdienst der Universitätskonzeption Wilhelm von Humboldts, der die Einheit von Forschung und Lehre sowie eine allseitige humanistische Bildung der Studierenden vorsah. Heute ist die Universität eine weltweit anerkannte Forschungseinrichtung, die erfolgreich aus den ersten beiden Runden der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern hervorgegangen ist. Die ehemals im Berliner Schloss beheimatete Kunstkammer ging bei der Gründung der HU in deren Besitz über. Diese Sammlungen, erweitert um später hinzugekommene Exponate, wird die Humboldt-Universität nutzen, um im Humboldt-Forum den europäischen Dialog mit den Weltkulturen wissenschaftlich zu begleiten und an ausgewählten Themen öffentlich zu inszenieren.
Die
Zentral- und Landesbibliothek Berlin ist 1995 aus dem Zusammenschluss der Amerika-Gedenkbibliothek (ehemals Westberlin/BRD) und der Berliner Stadtbibliothek (ehemals Ostberlin/DDR) hervorgegangen. Sie ist ein gelungenes Ergebnis der deutschen Wiedervereinigung und der Zusammenführung bedeutender Bibliotheken in der Hauptstadt. An bislang drei Standorten versammelt die Bibliothek über 3,4 Millionen elektronische und gedruckte Medien. Ihre Rolle im Humboldt-Forum sieht die ZLB darin, die Objektwelt der Museen der SPK und der Sammlungen der HU durch ein attraktives Medienangebot zu ergänzen und damit die kontinuierliche Auseinandersetzung und die Nachhaltigkeit im Dialog der Kulturen zu fördern.
Kulturmanager Martin Heller
Für die Veranstaltungskonzeption im zukünftigen Humboldt-Forum zeichnet seit Ende 2010 der Schweizer Kulturmanager Martin Heller verantwortlich. Heller und sein internationales Projektteam werden in den nächsten Jahren
dem Humboldt-Forum mit seinem zentralen Veranstaltungsort, der Agora, ein Profil geben.
Humboldt-Box
Als Informationszentrum zum zukünftigen Humboldt-Forum und seinen Inhalten wurde Ende Juni 2011 auf dem Schlossplatz die
Humboldt-Box eröffnet. Der Bau wurde von der Firma Megaposter finanziert und durch die Stiftung Berliner Schloss – Humboldtforum koordiniert.