Landbuch der Mark Brandenburg von 1375

Landbuch der Mark Brandenburg von 1375, Abschrift nach 1420, Majestätssiegel Kaiser Karls IV., 14. April 1364, Geheimes Staatsarchiv

Aufgaben und Perspektiven

Der Reichtum der Stiftung verpflichtet zur gewissenhaften Bewahrung und
Besitzsicherung. Reichtum bedeutet aber auch Verpflichtung zur Teilhabe an Schätzen. Museen und Bibliotheken müssen ihre öffentliche Wirkung auf die Publikumserwartung und auf die Vermittlung einer kulturellen Mentalität ausrichten. Neugier und Erwartung sind für die Vermittlung von Kunst und Wissen die besten Vorbedingungen. Der Stand der Forschung ist die Voraussetzung für die Hochrangigkeit der Vermittlung.

Kultur benötigt eine vitale Rezeption. Zu ihr gehören Momente des Innehaltens, der Verführung und des Staunens. Das gewährleisten Sinnlichkeit und Phantasie bei der Präsentation einzigartiger Objekte.

In Berlin wird das Bild der Republik von der Kultur mitbestimmt. Wer Berlins Zukunft will, muss bei der Kultur beginnen. Nur so lässt sich die Chance für einen Dialog von Kulturen nutzen. Welche Rolle Deutschland künftig kulturell spielt, wird davon abhängen, wie kompetent es intellektuell und institutionell mit seiner kulturellen Überlieferung umgeht. Pragmatismus und Visionen sind vonnöten, wenn Deutschland in einem kulturellen Europa, das kaum anders vorstellbar ist denn als eine Symbiose von Nationalkulturen, die ihm zukommende Rolle spielen soll. Es ist absehbar, dass eine rein wirtschaftliche Sicht auf Europa und die Reduzierung des Menschen auf den Marktbürger nicht ausreichen, um Europa dauerhaft zu formen.

Eine zeitgemäße Orientierung der Museen, Bibliotheken und Archive muss, wenn sie erfolgreich sein soll, die Kultureinrichtungen stärker denn zuvor als Dienstleistungsunternehmen definieren. Mit den Kernaufgaben - Sammeln, Erschließen und Vermitteln - müssen sich Marketing, ökonomische Kompetenz und technische Infrastruktur verbinden.
Dabei geht es nicht darum, durch pures Management Kultureinrichtungen auszuweiten und zu vermarkten. Dies wäre der falsche Weg. Die Kultur darf nicht als austauschbares Zubehör nach Nutz- und Prestigewert eingestuft werden. Sie ist kein bloßer Bestandteil einer weltumspannenden ökonomisch bestimmten Konkurrenzgesellschaft. Die Kultur hat ihr Eigenrecht, und sie muss es unter allen Umständen behalten.

Computer und Internet werden zunehmend wichtige Instrumente bei der Vermittlung von kulturellen Inhalten. Sie verstärken die Individualität der Museen, indem das Original in seiner Einzigartigkeit herausgehoben wird.

Bibliothek und Archiv wiederum werden zu Orten der geistigen Anregung, aber auch zu Knoten in einem globalen Netz. Neuartige Dienstleistungen und erweiterte Ressourcen vermitteln das Wissen der Welt effektiver und umfassender.
 
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