Bereichsnavigation
Pergamonmuseum: Start des zweiten Bauabschnitts
News vom 06.03.2025
Termingerechte Fortsetzung der Grundinstandsetzung und Ergänzung des Pergamonmuseums mit Beginn des südlichen Bauabschnitts auf der Museumsinsel Berlin

Die Bauarbeiten im zweiten Bauabschnitt des Pergamonmuseums beginnen planmäßig im März 2025. Die Maßnahmen umfassen den südlichen Gebäudeabschnitt, den vierten Flügel, die Anbindung an die anderen Häuser der Museumsinsel sowie die Neugestaltung der Außenanlagen. In den vergangenen Monaten wurden die Museumsflächen geräumt und monumentale Architekturexponate gesichert, um den weiteren Fortgang der Arbeiten zu ermöglichen.
In Anwesenheit von Andreas Görgen, Leitender Beamter bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK), Petra Wesseler, Präsidentin des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) und dem Architekten Jan Kleihues (Kleihues+Kleihues Architekten), wurde heute mit dem Befüllen einer Zeitkapsel der Start des zweiten Bauabschnitts gewürdigt. Neben den traditionellen Münzen, einer Tageszeitung und einer Kopie der Welterbe-Urkunde folgten besondere Objekte: Für das Vorderasiatische Museum legte Direktorin Barbara Helwing eine moderne Tafel aus gebranntem Ton, in Keilschrift verfasst, in die Zeitkapsel. Die Übersetzung des Textes lautet in Anlehnung an sumerische Bauinschriften: „Zur Renovierung haben die Tempelverwalter des E-gal (des „Großen Tempels“ hier für Museum) in dessen Fundament diese Tontafel als Gründungsurkunde gelegt.“ Es folgten der Stellvertretende Direktor der Antikensammlung, Martin Maischberger, mit einem Messingtäfelchen mit der Inschrift „PERGAMOU MUSEION“ in griechischen Lettern, die Stellvertretende Direktorin des Museums für Islamische Kunst, Martina Müller-Wiener, mit einem Blatt mit Fotos von Ereignissen des Hauses seit 1932, und Friederike Seyfried, Direktorin des Ägyptischen Museums und Papyrussammlung, mit einem in Hieroglyphen selbst beschrifteten Papyrus mit altägyptischer Gründungsformel. Dort steht in Übersetzung: „Worte zu sprechen: Seitens des Vorstehers aller Denkmäler-Häuser, des Leiters der Häuser der Kunst, des höchsten Beamten, Parzinger, seitens der Leiterin der Bauarbeiten an allen Häusern der Denkmäler, Wesseler, seitens der Leiterin der Denkmäler des Pharao in Berlin, Seyfried, seitens aller Beschäftigten der Denkmäler des Pharao. Sie mögen geben: Alle guten und schönen und reinen Dinge für die Gründungsgrube des großen Hauses der Denkmäler inmitten der Insel dieser Stadt: Leben, Heil und Gesundheit; von Ewigkeit zu Ewigkeit. Jahr 2025, Monat 3, Tag 6.“
SPK-Präsident Hermann Parzinger: „Beinahe hunderttausend Objekte sind in den letzten eineinhalb Jahren aus dem Südflügel des Pergamonmuseums beräumt worden – eine gewaltige logistische Leistung der beteiligten Museen. Das BBR kann nun termingerecht mit den Arbeiten beginnen, damit das Haus 2037 wieder vollständig geöffnet ist. Ich freue mich aber schon jetzt auf die Wiedereröffnung des Nord- und Mittelteiles mit dem Pergamonaltar, einer komplett neuen Dauerausstellung des Museums für Islamische Kunst, und einem Interims-Schaufenster des Vorderasiatischen Museums, das damit und mit einer Ausstellung im bisherigen Pergamon Panorama den Berlinerinnen und Berlinern und natürlich auch allen anderen Gästen während der Schließzeit erhalten bleibt.“
Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz beauftragte 2019 das BBR mit den Planungen für den zweiten Bauabschnitt (Bauabschnitt B). Die nun im März 2025 beginnende Hauptmaßnahme umfasst die Grundinstandsetzung des Südkopfs, des Südflügels mit der Prozessionsstraße von Babylon und dem Ischtar-Tor sowie des Mittelbaus Süd mit dem Miletsaal. Zudem wird das Museum um einen vierten Flügel ergänzt, der einen geschlossenen Rundgang auf der Hauptebene mit den antiken Architekturexponaten ermöglich. Neue Verbindungsbauten in der Archäologischen Promenade verbinden das Pergamonmuseum mit dem Bode-Museum, dem Neuen Museum und der James-Simon-Galerie.
Für die Baumaßnahme sind Kosten von 722,4 Millionen Euro veranschlagt, mit zusätzlichen 295,6 Millionen Euro für Risiken und Baupreissteigerungen. Die Fertigstellung des Bauabschnitts B ist für 2036 geplant, die Wiedereröffnung des gesamten Pergamonmuseums für 2037. Die bauliche Fertigstellung des Nordflügels (Bauabschnitt A) und des nördlichen Mittelteils mit dem einzigartigen Pergamonaltar und dem Museum für Islamische Kunst ist weiterhin für 2025 geplant. Die Wiedereröffnung ist für das Frühjahr 2027 vorgesehen.